Frühjahrssymposium: 10jähriges Jubiläum der MATERNUS-Klinik

Die MATERNUS-Klinik lud ein zum 10. Frühjahrssymposium und nahm das Thema Ernährung unter die Lupe. Anlass genug, die Veranstaltung in diesem Jahr in gebührendem Rahmen - nämlich im GOP Kaiserpalais in Bad Oeynhausen - durchzuführen. So hatte Diplom-Psychologin Susanne Krappel, die das traditionelle Frühjahrssymposium nun schon zum 10. Mal inhaltlich und organisatorisch konzipierte und verantwortete, schon bei der Planung das richtige Gespür mit dem Thema „Ernährung“.

Insgesamt 180 Teilnehmer, Mediziner, Oecotrophologen, Diätassistenten, Psychologen, Krankenkassenvertreter, kamen, um den interessanten Vorträgen der Referenten zu folgen.
Professor Olaf Adam gab als Einführung in das Thema einen kleinen Überblick über die geschichtliche Entwicklung der Ernährungsmedizin. Adam, Präsident der Deutschen Akademie für Ernährungsmedizin, ansässig am Physiologikum der Ludwig-Maximilians-Universität, München, berichtete von den Anfängen der Ernährungsmedizin im Jahre 1960, über die Gründung der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) im Jahre 1991 und dem Zusammenschluss des Bundes Deutscher Ernährungsmediziner (BDEM) in 1999. Die Entwicklung zeigt auf, dass aktuell ein interdisziplinäres Team eng kooperierender Therapeuten die Voraussetzung für die Durchführung von strukturierten Programmen zur Lebensstiländerung notwendig ist. Hier sind heutzutage Fachleute aus den Bereichen Ernährung (Ärzte, Ernährungsfachkräfte), Bewegung (Sportmediziner, Krankengymnasten), für Lebensstilfragen (Verhaltenstherapeuten) sowie krankheitsspezifische Fachgruppen (z. B. Ergotherapeuten, Logopäden) gefragt.

Professor Matthias Laudes, Leiter Klinische Ernährungsmedizin am Uniklinikum Schleswig Holstein, Kiel, setzte hier auf und hinterfragte, was ist überhaupt gesunde Ernährung und wann werden die Voraussetzungen für ein gesundes Ernährungsverhalten gelegt? Anhand wissenschaftlicher Studien belegte Laudes, dass man von der Zeugung an auf eine gesunde Ernährung achten sollte, die sowohl eine angemessene Kalorienmenge wie auch eine gesunde Zusammensetzung beinhalten sollte. Das sogenannte Stoffwechselgedächtnis bedingt, dass man ein Leben lang von einer frühen gesunden Ernährung profitiert.

Und welche klinischen Möglichkeiten bieten sich einem adipösen Patienten? Auf diese Fragestellung ging Professor Arved Weimann, Chefarzt des Klinikums St. Georg in Leipzig, ein. Neben chirurgischen Magen-Eingriffen, deren Kosten oftmals nur in Ausnahmefällen von den Kostenträgern übernommen werden, stellte Weimann das klinik-eigene konservative multimodale Adipositasprogramm vor, das während der einjährigen Laufzeit mit vergleichsweise hohen Sequenzen an Ernährungs-, Physio- und Verhaltenstherapien begleitet wird. Das implementierte Nachsorgeprogramm sorgt für einen nachhaltigen Austausch und eine hohe Akzeptanz bei den Patienten.

Auch Psychologin und Diplom-Sozialarbeiterin Sonja Wiese, konnte aus ihrer Praxisarbeit in Erfurt berichten, wie wichtig es ist, dass die Patienten selbst erkennen müssen, den vorgeschlagenen und gemeinsam erarbeiteten Weg zur Ernährungsanpassung zu gehen. Ihre Motivationsmodelle für schwierige Patienten basieren auf motivationstheoretischen Grundannahmen. Ihre These: Menschen sind immer zu etwas motiviert, wenn auch nicht immer zu dem, was andere Personen von ihnen wollen. Für Wiese ist ein konstruktiver Umgang mit den unterschiedlichen Widerständen der Patienten die Basis für eine erfolgreiche Therapie.

Natürlich nimmt das Thema Ernährung und Diätetik auch in der Rehabilitation eine immer wichtige Rolle ein. Dr. Marwin H. Heide, Chefarzt der Verhaltensmedizinischen Orthopädie und Ernährungsmediziner in der MATERNUS-Klinik, macht deutlich, welche Anforderungen durch die Kostenträger, wie die Deutsche Rentenversicherung, an die Rehabilitation gestellt werden. So präsentiert die MATERNUS-Klinik ihren Patienten ein etabliertes Ernährungsangebot, zu dem die Vermittlung von Grundlagenkenntnissen gehört, das Angebot einer Lehrküche mit praktischen Anwendungen und einer bedarfsorientierten Ernährungsberatung sowie einem praxisnahen Einkaufstraining. Hierbei werden individuelle psychische, soziale und Arbeitsplatzbedingungen berücksichtigt, so nennt Heide nur einige Beispiele. Die Ernährungsangebote in der Klinik reichen von Eiweiß- und elektrolytdefinierter Kost über allergiebedingte Sonderkostformen bis hin zur Sondennahrung für schwerstkranke Patienten.

Dass gesunde Ernährung auch schmackhaft und genussreich sein kann, hat Sterne- und Fernsehkoch Björn Freitag und das Küchenteam vom GOP bewiesen. Anlässlich der Jubiläumsveranstaltung zauberten die Kochexperten mit einfachen Rezepten einen optisch und geschmacklich hervorragenden und appetitlichen Imbiss.

Gesunde Ernährung in aller Munde!


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